Vortragsabend

zum Thema

Der Sanitätsdienst in der Transformation -

Herausforderungen im In- und Ausland
Referent:

Generaloberstabsarzt
Dr. med. Kurt-Bernhard Nakath

 Inspekteur ZSanDstBw

am Montag, 29. März 2010, 19.00 Uhr

 

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Sektionseigener Bericht

Der Sanitätsdienst der Bundeswehr –

Voraussetzung für den Erfolg im Einsatz

Aus berufenem Mund wurden die Mitglieder und Gäste der Sektion Bonn über den Sanitätsdienst in der Transformation informiert: Der Inspekteur des Sanitätsdienstes der Bundeswehr, Generaloberstabsarzt Dr. Kurt – Bernhard Nakath, referierte über die Herausforderungen seines Organisationsbereichs im In- und Ausland.

Inspekteur ZSanDstBw in Aktion

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Rückblickend ging er ein auf die signifikanten Strukturveränderungen der letzten 15 Jahre, die in eine Zentralisierung des Sanitätsdienstes und am Einsatz orientierte Kommandostrukturen mündeten. „Angesichts der komplexen Unterstützung der Auslandseinsätze bei gleichzeitiger Sicherstellung der sanitätsdienstlichen Versorgung im Inland war die Zentralisierung notwendig und hat sich im Grundsatz auch bewährt“, so Dr. Nakath.

Lageänderungen und Betriebserfahrungen machen ein ständiges Nachsteuern erforderlich. So sei die zentrale Führung aller Bundeswehrkrankenhäuser im Interesse der Kompetenzbündelung und Standardisierung eine bedenkenswerte Option.

Die Kritik an der vermeintlich „berufsfremden“ Verwendung von Sanitätsoffizieren (Ärztinnen und Ärzten) konterte der Inspekteur mit der Aussage, dass ca. 97% dieses Personals approbationsgerecht eingesetzt sei.

Diskussion im ehemaligen Plenarsaal des Bundesrates

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Sehr ausführlich widmete sich Dr. Nakath der Ausbildung und der Ausrüstung. Er wies auf die tragende Rolle einer gut funktionierenden Sanitätsversorgung für die Motivation und die Akzeptanz von Auslandseinsätzen auch bei den Angehörigen der Soldatinnen und Soldaten hin. So stellt das Sanitätspersonal ca. 8% der Auslandskontingente.

Um die besonders überlebenswichtigen ersten Minuten bei Verletzung oder Verwundung optimal zu nutzen, kommt einer qualifizierten und umfassenden Erste Hilfe - Ausbildung für alle Soldaten große Bedeutung zu. „Notkompetenz im Einsatz“ nannte Dr. Nakath diese Fähigkeit.

Der Inspekteur erläuterte die Maßnahmen zur Therapie post-traumatischer Belastungsstörungen (PTBS) und ging auf die nicht zufrieden stellende Personallage ein. Mit einem Bündel von Maßnahmen wird hier versucht, gegen zu steuern; aber die Situation kann nicht isoliert von öffentlichen Entwicklungen betrachtet werden.

Ärztemangel wird in absehbarer Zeit ein großes gesellschaftliches Problem.

In seiner Zusammenfassung erklärte der Inspekteur, dass man auch in Zukunft der Maxime verpflichtet sei, allen Soldaten an jedem Ort der Welt eine sanitätsdienstliche Versorgung zu garantieren, die im Ergebnis Inlandsstandards entspricht.

An der truppenärztlichen Versorgung im Inland würden keine Abstriche gemacht.

An der bewährten Zentralisierung wird fest gehalten, weitere Optimierungen basieren auf Einsatzerfahrungen.

Entwicklungen im zivilen Gesundheitswesen gilt es konzeptionell bis zur Einbeziehung ziviler Patienten zu berücksichtigen.

Die multinationale Einsatzfähigkeit ist zu optimieren.

Die Konsequenzen aus asymmetrischen Konfliktszenarien betreffen auch den Sanitätsdienst.

Danke, Herr Generaloberstabsarzt!

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Nach einer offenen und thematisch breit gefächerten Aussprache dankte das Publikum mit Applaus für einen detaillierten und qualifizierten Einblick in den Sanitätsdienst der Bundeswehr.

Servatius Maeßen


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