Vortragsabend

zum Thema

Die Neuausrichtung der Streitkräftebasis

Referent:

Generalleutnant Erich Pfeffer

Stellvertreter des Inspekteurs Streitkräftebasis, Bonn

am Mittwoch, 25. September 2013, 19.00 Uhr

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Eigenbericht zur Veranstaltung

Serviceleister für die Bundeswehr: die Streitkräftebasis

Vor 12 Jahren wurde im Rahmen der Transformation der Bundeswehr (Sie erinnern sich: damals Transformation statt Reform, heute Neuausrichtung statt Transformation...) die Streitkräftebasis als neuer Organisationsbereich der Bundeswehr ins Leben gerufen.

Absicht war, die logistischen Fähigkeiten und Leistungen teilstreitkraftübergreifend zu bündeln und dadurch Synergieeffekte zu erzielen.

Im Zuge der Neuausrichtung der Bundeswehr wurde auch der vergleichsweise junge Organisationsbereich auf den Prüfstand gestellt und auf der Grundlage von Einsatzerfahrungen und geänderter Prozesse angepasst.

Informationen aus erster Hand zu Sachstand und Perspektiven lieferte der Stellvertreter des Inspekteur Streitkräftebasis, Generalmajor Erich Pfeffer (ab 01.10. 2013 Generalleutnant), mit seinem Vortrag Die Neuausrichtung der Streitkräftebasis.

General Pfeffer, StvInspekteur SKB

Als Einstieg erläuterte General Pfeffer die Gründe für die Neuausrichtung: Es galt, die Bundeswehr an die sicherheitspolitischen Erfordernisse des 21. Jahrhunderts anzupassen. Die Bundeswehr der Zukunft muss einsatzorientiert, demografiefest und finanzierbar aufgestellt sein. Dazu waren die Reorganisation des BMVg, eine Strukturreform der Truppe und die Aussetzung der Wehrpflicht erforderlich.

Qualitätsmerkmale werden sein: Breite vor Tiefe bei Fähigkeiten, Ausrüstung und Ausbildung, schnelle Reaktionsfähigkeit, differenziertes Durchhaltevermögen und Multinationalität.

Die Streitkräftebasis (SKB) wird künftig der zweitgrößte Organisationsbereich nach dem Heer sein und den höchsten Frauenanteil der militärischen Organisationsbereiche haben. Der Anteil der SKB an den Kontingenten im Auslandseinsatz liegt bei 25%, und für die Angehörigen der SKB gilt: als Erste im Einsatz, in jedem Einsatz gefordert, als Letzte heraus. Nur unter diesen Prämissen sei eine durchgängige, leistungsstarke und zentrale Einsatzunterstützung der Bundeswehr im In- und Ausland zu gewährleisten, so Pfeffer.

Die differenzierte Durchhaltefähigkeit wird durch einen variablen Mix aus Leistungen der Soldatinnen und Soldaten der SKB, des zivilen Anteils der Bundeswehr und von dritter Seite sichergestellt.

Die Strukturelemente der SKB richten sich an unterschiedlichen Fähigkeiten aus (Führungsunterstützung, Logistik, Militärisches Nachrichtenwesen, Operative Kommunikation, Feldjägerwesen, ABC-Abwehrschutz, Territoriale Aufgaben, Bundeswehr- und Streitkräfteaufgaben und Zivil-Militärische Zusammenarbeit). Der Inspekteur der SKB ist folgerichtig auch Nationaler Territorialer Befehlshaber.

Aufgabenvielfalt SKB

Und auch die Reserve spielt für Einsatzbereitschaft und Durchhaltefähigkeit der SKB eine wichtige Rolle. So stehen künftig u.a.30 Kompanien mit 3.000 Reservistinnen und Reservisten als regionale Sicherungs- und Unterstützungskräfte für vielfältige Aufgaben des Heimatschutzes bereit.

Für die Multinationalität steht das Kommando Operative Führung, das mit internationaler Besetzung von NATO und EU genutzt werden kann.

Jüngste und künftige Herausforderungen sieht General Pfeffer in großer Bandbreite:

Der erfolgreiche Einsatz bei der Hochwasserbekämpfung in diesem Sommer, bei dem ca. 20.000 Frauen und Männer unter operativer Führung des Kommando Territoriale Aufgaben  eingesetzt wurden, habe schneller als erwartet die Richtigkeit von Strukturveränderungen in der Neuausrichtung nach gewiesen.

Die Rückverlegung der Truppen aus Afghanistan in einem Mix aus Luft-, Land/See- und Landtransport stellt eine logistische Herkulesaufgabe in bisher nicht bekannter Größenordnung dar.

Die Nutzung ziviler Leistungen muss durch vorausschauend Rahmenplanung und Vorhalteverträge zur Verbesserung von Reaktionsschnelligkeit und Flexibilität beitragen.

Ausbildungsinhalte und -methoden sind im Sinne von effizienter Zeitnutzung und Vereinfachung zu überarbeiten. Hier sei Richtschnur „so breit wie möglich, so tief wie nötig“.

Lebhafte Aussprache

Und schließlich komme dem Veränderungsmanagement in den nächsten Jahren hohe Bedeutung zu. Die Menschen mitnehmen, überzeugende Außendarstellung und Transparenz sollen verstärkt mit Imagekampagnen, Medienarbeit, Informationstagungen und Mitarbeiterkommunikation gewährleistet werden.

Nach einer ausgiebigen und freimütigen Frage- und Diskussionsrunde dankte der Sektionsleiter dem Referenten für einen anschaulichen Vortrag, der nicht nur die komplexen Strukturen und vielfältigen Aufgaben der SKB dargestellt, sondern auch eindrucksvoll deren Leistungsanspruch und Leistungsfähigkeit vermittelt habe.

Text:    Servatius Maeßen

Fotos: Christian Spech/Maeßen


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