Vortragsabend

in Kooperation mit der Clausewitz-Gesellschaft e.V.

zum Thema

Neues Strategisches Konzept der NATO -

Was ist jetzt zu leisten?

Referent: 

 Generalleutnant a.D.

Klaus Olshausen

Präsident der Clausewitz-Gesellschaft e.V.

am Montag, 21. März 2011

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Sektionseigener Bericht

NATO auf dem Weg in die Zukunft

Nahezu 150 Gäste konnte der Leiter der Sektion Bonn, GenMaj a.D. Servatius Maeßen, im ehemaligen Plenarsaal des Bundesrats begrüßen. Sie alle waren gekommen zu einer gemeinsamen Veranstaltung der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik und dem Regionalkreis WEST in der Clausewitz-Gesellschaft.

GenLt a.D. Dr. Olshausen im engagierten Vortrag

(Zum Vergrößern: Bild anklicken)

Angesichts der Entwicklungen in und über Libyen stand ein brandaktuelles Thema auf der Tagesordnung: Das neue Strategische Konzept der NATO – Was ist jetzt zu leisten?

Als kompetenter Referent widmete sich der Präsident der Clausewitz-Gesellschaft, Generalleutnant a.D. Dr. Klaus Olshausen, diesem Thema. In seiner letzten militärischen Verwendung war er Deutscher Militärischer Bevollmächtigter im Militärausschuss der NATO, bei der WEU und EU, also ein ausgewiesener Experte und Insider.

Dr. Olshausen skizzierte die Entwicklung der NATO-Strategie seit Ende des Kalten Kriegs bis zum Gipfel von Lissabon 2010: weg vom euro-zentrischen Blick hin zur Wahrnehmung von Sicherheitsinteressen in einer globalisierten Welt.

Unverändert geblieben ist das Prinzip der kollektiven Verteidigung mit seinen Komponenten Abschreckung und aktive Verteidigung.

Geändert hat sich die Art der Bedrohung: Der Fokus liegt nicht mehr auf der möglichen Konfrontation zwischen Staaten und Bündnissen, sondern bezieht als Schwerpunkt alle Facetten der asymmetrischen Bedrohung ein.

Somit ist es logisch, dass neben der Krisenbewältigung die Raketenabwehr und cyber defence ganz oben im künftigen Fähigkeitsprofil des Bündnisses stehen.

Kritisch beleuchtete der Referent die Zusammenarbeit zwischen NATO, EU und WEU. Auf diesem Feld sind gravierende Verbesserungen möglich und nötig.

Die partnerschaftlichen Beziehungen zu Russland sind sensibel, weil über die Kooperation hinaus russischer Führungsanspruch, z.B. bei der Raketenabwehr, zu berücksichtigen ist.

Der partnerschaftliche Dialog wird sich künftig nicht nur auf europäische Staaten beschränken, sondern im Rahmen der globalen Interessenlage wird vermehrt der Kontakt nach Übersee und Fernost gesucht.

Zu tun bleibt nach Aussage von Dr. Olshausen eine breitere Diskussion politischer Themen, die Verbesserung strukturierter Beziehungen mit zivilen Akteuren, die Professionalisierung der Mechanismen im Krisenmanagement (Libyen…) und eine verstärkte perspektivische Aufmerksamkeit für entstehende Herausforderungen und Risiken.

Mischte in der Diskussion kräftig mit: General a.D. Egon Ramms

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Die abschließende lebhafte Diskussion mit der Moderation durch den Leiter des Regionalkreises WEST in der Clausewitz-Gesellschaft, GenMaj a.D. Dieter Reindl, spannte den Bogen von der NATO-Erweiterung über die bündnispolitischen Folgen der Aussetzung der Wehrpflicht bis hin zu den Diskussionen und Differenzen um den Führungsanspruch beim Durchsetzen des Flugverbots über Libyen.

Servatius Maeßen

 

Eine Einladung sowie weitere Veranstaltungsinformationen erhalten Sie unter:

sbmae@t-online.de  bzw. Tel: 02645-3665


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