Vortragsabend

zum Thema

Deutsche Sicherheitspolitik und ihre Facetten -
eine Tour d'Horizon auch unter rüstungswirtschaftlichen
Aspekten

Referent: 

Professor Dr. Holger H. Mey
Head Advanced Concepts, CASSIDIAN

 

am Mittwoch, 20. März 2013

 

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Sektionseigener Bericht

Hochkarätige Vorlesung

Eine sicherheitspolitische Vorlesung vom Feinsten fesselte die Zuhörerinnen und Zuhörer im gefüllten Pressesaal des Bundespresseamtes in Bonn. Die örtliche Sektion hatte Professor Dr. Holger Mey, Head of Advanced Concepts CASSIDIAN, zu Gast, der zum Thema Deutsche Sicherheitspolitik und ihre Facetten – eine Tour d’Horizon auch unter rüstungswirtschaftlichen Aspekten referierte.

Professor Dr. Mey

Der Professor schöpfte gekonnt aus seinem reichen Erfahrungsschatz als ehemaliger Mitarbeiter der Stiftung Wissenschaft und Politik und Referent im Planungsstab des BMVg, als Direktor des Instituts für Strategische Analysen, als Privatdozent an der Uni Köln und als sicherheitspolitischer „Vordenker“ der Firma CASSIDIAN.

Nach wie vor Gültigkeit („Konstanten in der Veränderung“) haben die Determinanten von Bedrohung und Risiken. Dr. Mey erläuterte den Bedeutungszusammenhang von Fähigkeiten und Absicht = Bedrohung sowie Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensgröße = Risiko. Diese Interdependenzen seien bei allen Maßnahmen der Sicherheitsvorsorge und der sicherheitspolitischen Aktion und Reaktion - ob auf dem Gebiet der Diplomatie oder bei militärischen Einsätzen – zu bewerten und zu berücksichtigen. Anschaulich beleuchtete und bewertete der Referent diese Zusammenhänge an Beispielen aus Vergangenheit und Gegenwart.

Referent und Moderator

Bei der Gestaltung von Sicherheitspolitik sind folgende strategischen Größen zu beachten: Globalisierung von Sicherheit und Sicherheitsinteressen, Erosion des staatlichen Gewaltmonopols, allgegenwärtige Präsenz der Medien, die ad hoc - Koalitionsfähigkeit mit dem Gebot zur Interoperabilität und die fehlende Trennlinie zwischen innerer und äußerer Sicherheit.

Ein wesentliches Phänomen von Gegenwart und Zukunft ist die wachsende Asymmetrie der Bedrohung, die fundierte Analysen und Prognosen, Handlungsoptionen und Reaktionen, politische und technologische Vorsorge komplex und kompliziert machten.

Militärische Sicherheit steht im Spannungsfeld von Kosten zu reduzieren, Effizienz zu steigern, Personal einzusparen und international interoperabel zu sein. Unbestritten sei angesichts dieser diametralen Forderungen: “Sicherheit kostet!“  Technologische Megatrends seien kurzlebig, denn „Der Vorsprung von heute ist der Standard von morgen!“ so Prof. Dr. Mey.

Diskussion unter Experten

Schließlich äußerte sich der Vortragende zur Notwendigkeit einer europäischen Rüstungsindustrie als politischem und wirtschaftlichen Faktor. Das Konzept der „smart defence“ der NATO, das über den Weg der Aufgabenzusammenfassung und Aufgabenverteilung (pooling und sharing) die Basis für gemeinsame europäische Streitkräfte bereiten soll, sieht der Professor skeptisch, weil die Interessenlage der Partner, ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und die Bereitschaft zum partiellen Souveränitätsverzicht auf absehbare Zeit nur schwer harmonisierbar seien.

Nach seiner außerordentlichen und rhetorisch glänzend präsentierten Vorlesung stellte sich Dr. Mey offen und ausführlich der Diskussion, bevor der Sektionsleiter ihm für diesen eindrucksvollen Abend dankte und die Gäste voller neuer Gedanken und Erkenntnisse entließ.

Servatius Maeßen

Sektionsleiter Bonn

                  
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