Vortragsabend

mit anschließender Aussprache

zum Thema

Das Logistikzentrum der Bundeswehr -
Aufgaben und besondere Herausforderungen

Referent:

Foto: Bundeswehr

Brigadegeneral Dipl. - Kaufm. Michael Vetter

Kommandeur Logistikzentrum der Bundeswehr

am Mittwoch, 20. Februar 2013, 19.00 Uhr

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Sektionseigener Bericht

Eine logistische Herkulesaufgabe

Seit über einem Jahrzehnt beteiligt sich die Bundeswehr an der ISAF-Mission in Afghanistan. Das Ende dieser Mission ist für 2014 geplant, die Konturen einer Folgemission sind derzeit noch unscharf. Im Fokus der militärischen Planungen steht zurzeit die personelle und materielle Rückverlegung des deutschen Kontingents aus Afghanistan.

Brigadegeneral Michael Vetter

Eine Schlüsselrolle spielt dabei das Logistikzentrum der Bundeswehr. Dessen Kommandeur, Brigadegeneral Michael Vetter, war Gast der Sektion Bonn und trug vor zum Thema Das Logistikzentrum der Bundeswehr – Aufgaben und besondere Herausforderungen.

Der Pressesaal in der Außenstelle Bonn des Bundespresseamts war voll besetzt, und die Zuhörerinnen und Zuhörer haben ihre Teilnahme nicht bereut. General Vetter blickte kurz zurück auf die Entstehung des Logistikzentrums, das unter der Zielsetzung einer verstärkten bundeswehrgemeinsamen Logistik zusammen mit dem Organisationsbereich „Streitkräftebasis“ vor elf Jahren aufgestellt wurde. In dieser Zeitspanne entwickelte sich das Zentrum zu  d e r  logistischen Drehscheibe für Unterstützungsleistungen im In- und Ausland.

Im Rahmen der zurzeit laufenden Neuausrichtung der Bundeswehr erfuhr das Zentrum im Gegensatz zur allgemeinen Personalreduzierung einen deutlichen Zuwachs an Dienstposten. Seine geplante Umfangsstärke  im Verantwortungsbereich des LogKdoBw liegt bei ca. 6.500 Dienstposten, davon ein knappes Drittel Soldaten. Dieses Personal ist an 84 Standorten in Deutschland, Luxemburg und den Niederlanden stationiert.

„Wir sind die Spinne im Netz der Bundeswehrlogistik“, so der Kommandeur. Nur angerissen sei an dieser Stelle die Aufgabenbandbreite: Beschaffung, Herstellung und Lagerung von Gütern ebenso wie deren Transport, Instandhaltung und Verwertung, und das Ganze im Inland und für die Einsatzgebiete im Ausland. Dabei spielt die Koordination und Qualitätsüberwachung der Dienstleistungen ziviler Vertragspartner eine zunehmend stärkere Rolle.

 

Volles Haus

Aktuelle Arbeitsschwerpunkte sind laut General Vetter generell die Sicherstellung der logistischen Unterstützung der Einsätze und des Grundbetriebs, dann die Planung und Durchführung der Rückverlegung aus Afghanistan, parallel dazu die Einführung von SASPF in die Zentrallogistik, die Implementierung neuer Dienstleister, die Mitwirkung an Kooperationslösungen, interne Strukturanpassungen und schließlich die Entwicklung externer Zusammenarbeitsverfahren im Rahmen der Neuausrichtung der Bundeswehr.

Aus der Fülle dieses vielfältigen Aufgabenkatalogs ging Vetter näher auf die Rückverlegung aus Afghanistan ein, die für das ISAF-Kontingent bereits begonnen hat und die bis Ende 2014 abgeschlossen sein soll. Das Materialvolumen in Afghanistan beläuft sich zurzeit auf ca. 1.700 Kfz und 6.000 „Containerequivalente“, von dem ca. 1.200 Kfz und ca. 5.000 Container zurück verlegt werden müssen. Geplant ist, einen sehr geringen Anteil im Bahntransport zu verlegen, aus Sicherheitsgründen sensibles Material im unmittelbaren Lufttransport (unter 10%) nach Deutschland zu überführen und den Großteil (über 80%) in einen Mix aus Luft- und Seetransport über eine Hauptumschlagsbasis zurück zu verlegen. Diese Basis wird zurzeit in Trabzon im Nordosten der Türkei errichtet und soll in einem Verbund aus Flugplatz, Hafen, Lagestätten und Stabszentrale Ende April 2013 einsatzbereit sein. „Das ist dann der 85. Standort in meinem unterstellten Bereich,“ erklärte Brigadegeneral Vetter.

Dankeschön

In dem umfassend und anschaulich präsentierten Bild vom Logistikzentrum der Bundeswehr zeigten sich die Zuhörer vor allem von der Rückführungsoperation „ISAF-Kontingent“ beeindruckt. Allen wurde eindringlich bewusst, welche logistische Herkulesaufgabe in bisher nie da gewesener Dimension auf die Bundeswehr zu kommt. Zugleich vermittelte der souveräne und kompetente Auftritt des Kommandeurs die Gewissheit, dass diese Aufgabe beim Logistikzentrum der Bundeswehr gut aufgehoben ist.

Servatius Maeßen

Sektionsleiter Bonn


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