Vortragsabend

zum Thema

US-Sicherheitsinteressen, -positionen und -beziehungen

im europäischen und globalen Kontext

Referent:

 US-Generalkonsul Stephen A. Hubler

Düsseldorf

Dienstag, 18. Februar 2014

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Sektionseigener Bericht

Bonn. Hochrangiger  Besuch bei der Sektion Bonn: Der US-Generalkonsul aus Düsseldorf, Stephen A. Hubler, war der Einladung zu einem Vortrag mit dem Thema US-Sicherheitsinteressen, -positionen und -beziehungen im europäischen und globalen Kontext gefolgt. Und die Resonanz war überwältigend: Der Pressesaal des Bundespresseamts war bis auf den letzten Platz gefüllt. In seiner Einleitung wies der Sektionsleiter auf die Bedeutung der amerikanisch/deutschen Beziehung in den vergangenen Jahrzehnten hin, deren Merkmale Vertrauen und Verlässlichkeit waren. Daran sollten auch momentane Spannungen und Verärgerungen nichts ändern, weil gute transatlantische Beziehungen für Deutschland und die EU existenziell seien.

Engagierter Impulsvortrag: US-Generalkonsul Hubler

In seinem engagierten Impulsvortrag ging der Referent eingangs auf die Kernelemente der "US-New Diplomacy" ein: Frieden, Wohlstand, Stabilität. Diese seien weltweit nur in gemeinsamer Anstrengung mit verlässlichen Partnern zu realisieren. Die aktuellsten Krisenherde seien in diesem Zusammenhang Ukraine, Afghanistan, Iran und Syrien. Lösungen für die Ukraine seien nur in gemeinsamen Initiativen unter ausdrücklicher Einbeziehung Russlands zu erreichen. Am Ende des internationalen Einsatzes in Afghanistan  seien in Bezug auf Bildung, Gleichberechtigung und Infrastruktur Erfolge zu verzeichnen. Es liege nun bei den staatlichen afghanischen Institutionen, diese Erfolge zu sichern und auszubauen und das Unterstützungsangebot der Alliierten anzunehmen. Im Iran sei die Diplomatie einschließlich der Sanktionen bisher erfolgreich gewesen. Ziel sei der Verzicht auf die Herstellung von Atomwaffen und die Erlaubnis zu internationalen Kontrollen. Zu diesem Lösungskonzept gibt es keine friedliche Alternative, so der Generalkonsul. Die Situation in Syrien sei komplex und unübersichtlich. Allerdings sollten auch hier die kleinen diplomatischen Fortschritte nicht unterschätzt werden. Der Schutz der syrischen Bevölkerung habe derzeit Vorrang. Von hoher Priorität in dieser Region sei auch die Sicherheit des Staates Israel. Diese werde aber ausgewogen und nicht auf Kosten Palästinas garantiert.

Ausführliche Diskussion

Der Referent ging auch auf die NSA-Aktivitäten ein. Er nannte die Empörung über deren Ausmaß verständlich, betonte aber, dass es dabei um Sicherheitsvorsorge und Terrorabwehr ginge und nicht um Unterdrückung und Missbrauch. Bei seiner Aussage, es würde keine Wirtschaftsspionage betrieben, ging ein ungläubiges Raunen durch den Saal... . Generalkonsul Hubler wies darauf hin, dass auch in den USA Unmut über das Ausmaß der Aufklärungsaktivitäten zu verzeichnen sei und dass Präsident Obama künftig Regelkonformität und Schutz vor Missbrauch zugesichert habe. Es gelte, den Spagat zwischen Schutz der Bürgerrechte und dem Respekt vor der Privatsphäre einerseits und der größtmöglichen Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger andererseits zu schaffen. Er erinnerte an Obamas Aussage: "Wir müssen nicht alles tun, was wir können, sondern wir müssen das tun, was notwendig ist."

Der verstärkte Blick der US-Außenpolitik auf den asiatisch/pazifischen Raum sei den ökonomischen Bedingungen und dem Weltbevölkerungsanteil in dieser Region geschuldet. Der Generalkonsul machte klar, dass diese Aktivitäten gemeinsam mit und nicht auf Kosten von Europa stattfinden sollten. Von Bedeutung sei, Nordkorea seine Grenzen auf zu zeigen. Auf den Philippinen werde man sich beim Wiederaufbau stark engagieren.

Verdienter Dank

Schließlich appellierte Generalkonsul Hubler daran, in gemeinsamer Anstrengung die Spannungen diesseits und jenseits des Atlantik abzubauen und gegenseitige Vertrauen wieder aufzubauen. "Ich bin sicher, wir werden in Zukunft eine transatlantische Renaissance zum Wohle aller erleben!" so die Botschaft des Referenten an das Plenum.

Im Anschluss an seinen mit viel Beifall bedachten Vortrag stellte sich der Generalkonsul über eine Stunde den Fragen und diskutierte mit dem Publikum. Dabei ging es um das amerikanisch/russische Verhältnis, die Rolle der USA in der NATO, die Erwartungen der USA an die EU in Bezug auf Lastenteilung zur Sicherheitsvorsorge, um mögliche Konsequenzen eines latenten Antiamerikanismus auf die Stimmung der US-Bevölkerung und damit die amerikanische Außenpolitik. Es ging um Guantanamo und, natürlich, um die NSA.

Neue Mitgliederstärke Bonn: 200!

"Dieser Abend war ein Beitrag zur Vertrauensbildung und damit auch ein Schritt zur transatlantischen Renaissance," stellte der Sektionsleiter abschließend fest und dankte Generalkonsul Stephen A. Hubler unter dem Applaus der vielen Zuhörerinnen und Zuhörer. Als Zugabe überreichte der Sektionsleiter eine Buchprämie an Gudrun Elbracht und Franz W. Suhre, die zeitgleich die Sektionsstärke Bonn auf 200 Mitglieder erhöhten.

Text:    Servatius Maeßen

Fotos: Kalle Berg


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