Vortragsabend

zum Thema

Die Reform der Bundeswehr

Referent: 

GenMaj Peter Bohrer

Chef Stab FüS

 

am Dienstag, 15. November 2011

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Sektionseigener Bericht

Klare Ziele - steiniger Weg

Das Thema hoch aktuell, ein Referent mit Insider-Wissen, und somit große Beteiligung: Über die Reform der Bundeswehr referierte der Chef des Stabes Führungsstab Streitkräfte im Bundesministerium der Verteidigung , Generalmajor Peter Bohrer.

Generalmajor Peter Bohrer

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Ausgehend von den Auslösern der Reform - dem neuen Strategischen Konzept der NATO, den bisherigen Einsatzerfahrungen, der Aussetzung der Wehrpflicht und natürlich auch den Sparauflagen zur Konsolidierung der Staatsfinanzen - erläuterte der Referent die Verteidigungspolitischen Richtlinien als Rahmen für die Reform der Bundeswehr.

Ziele der strategischen Neuausrichtung seien Steigerung der Effizienz durch Straffung der Strukturen, Stärkung der Truppe durch Reduzierung der Stäbe (Verbesserung der teeth to tail ratio), eindeutige Zuordnung von Verantwortung und unter Aufgabe von Quantität Verbesserung der Qualität.

„Wir wollen auch in Zukunft ein verlässlicher, kompetenter und leistungsstarker Partner in NATO und EU und für die Vereinten Nationen sein“, so Generalmajor Bohrer.

Der Abbau von Redundanzen, die Straffung der ministeriellen Ebene, die Neuordnung von Rüstungs- und Beschaffungsverfahren sowie der  realitäts- und einsatzbezogene Umbau der Truppe seien Kernelemente der Reform.

Die Aufgabe von Standorten oder deren Teilauflösung sind dabei die logische Konsequenz der doch erheblichen Umfangsreduzierung der Bundeswehr, von der nicht nur die Streitkräfte, sondern auch das Zivilpersonal betroffen sind.

Die Umfangsreduzierung bietet die Chance zur Verjüngung und Professionalisierung des Personalkörpers. Dabei soll ein Reformbegleitprogramm den Kriterien “Wen können wir gehen lassen“ und „Wen können wir behalten“ Rechnung tragen.

Entgegen der landläufigen Meinung ist das Freiwilligenaufkommen  auch nach Aussetzung der Wehrpflicht gut bis befriedigend. „Das gilt nicht nur für die Qualität der Bewerberinnen und Bewerber, sondern auch für die regionale Ausgewogenheit ihrer Herkunft,“ so der Referent.

Und auch der Reserve gelte künftig verstärkte Aufmerksamkeit. Fachliche Kompetenz, auch zivilberuflich erworbene, und die Bereitschaft und Fähigkeit zur Wahrnehmung der Mittlerrolle für die Bundeswehr in der Gesellschaft ständen im Fokus der künftigen Personalgewinnung. Und auch bei der Realisierung des Heimatschutzes, dessen Bedeutung inzwischen unbestritten ist, spiele die Reserve eine wichtige Rolle.

„Diese Reform ist Herausforderung und Chance zugleich! Voraussetzung für ihren Erfolg ist, die Menschen  auf dem nicht einfachen Weg mit zu nehmen.“ stellte Generalmajor Bohrer am Ende seines  anspruchsvollen Vortrags fest.

In einer ausführlichen und intensiven Frage- und Diskussionsrunde wurde das großeInteresse und auch das Engagement der Zuhörerinnen und Zuhörer deutlich.

Volles Haus, engagierte Diskussion

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Kritisch, bisweilen skeptisch, wurde nachgefragt. Der Referent stellte sich ausführlich und geduldig der Diskussion. Er zeigte sich zuversichtlich, dass trotz bestehender Risiken diese durchgreifende Reform der Bundeswehr zu realisieren sei.

Danke, Generalmajor Bohrer!

Servatius Maeßen


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